Fremdsprachenforum Sprachenschule / Language School
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Freitag, 28.07.2017, 12:44
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Ein Blick zurück

Am Samstag, den 3. März, stand die Tür des Fremdsprachenforums FSF in der Kölner Lindenstraße 19 allen Neugierigen, Schülern und Dozenten offen, die Lust hatten, das 25-jährige Jubiläum der Sprachschule zu feiern.
Egal, ob Türkisch oder Thailändisch, Kantonesisch oder Kroatisch - mit 33 Sprachen und Deutsch als Fremdsprache bietet das FSF das breiteste Lernangebot in Köln.
Dass hier darüber hinaus auch Kultur vermittelt wird, zeigte sich am Tag der offenen Tür demonstrativ.
Inmitten einer bunten Schar von Schülern aus aller Herren Länder, Dozenten und Besuchern gaben sich die beiden Geschäftsführerinnen und Gastgeberinnen Chantal Gerber-Damais und Claudia Butzküben charmant und gelassen.
Die Unterrichtsräume waren nicht nur optisch den jeweiligen Sprachen angepasst, sondern auch kulinarisch. So konnte man zwischen Crêpes in mediterranem Ambiente, chinesischen Dampfnudeln, einer afrikanischen Reisspezialität und türkischen Süßspeisen auch russischen Zupfkuchen und eine deutsche Erbsensuppe kosten.
Künstlerische Darbietungen kamen ebenfalls nicht zu kurz. Musikalisch begeisterte die 10-jährige Elena Kawazu an der Violine das gesamte Publikum. Aber auch Sa Rang Kim brillierte gemeinsam mit Nicola Boschetti auf der akustischen Gitarre und an der Violine durch die Darbietung eines Csárdás.
Literarisch wusste der Verleger Sebastian Kaufmann gemeinsam mit Ulrich Wilker vom Chaotic Revelry Verlag gut zu unterhalten. Die Schülerin Yano Natsuko zog mit ihrem Vortrag einer japanischen Geschichte die Zuhörer in ihren Bann, selbst wenn diese - bis auf wenige - kein Wort verstanden, sondern nur dem Klang ihrer Stimme lauschten.
Auch einen Einblick in „Mathematik-eine Sprache" gewährte der Dozent Christoph Schaumann.
Kommunikation und Kultur sind aber keine Eintagsfliegen im Alltag der Sprachschule, sondern die Eckpfeiler. Daher auch die große Freude darüber, dass die Werke des Künstlers Assad Abadi die Menschen, die hier aus- und eingehen, für eine Weile inspirieren werden.

Irma Wagner, Pressereferentin

Bericht im pdf-Format: Porträt Jubiläum

Japan trifft Ecuador in Köln - Interview mit Natsuko und Carlos

Natzuko Carlos

Natsuko Yano ist 25 Jahre alt und kommt aus Osaka in Japan. Dort hat sie ihr Studium der vergleichenden Kulturen abgeschlossen. Carlos Moscoso ist 19 Jahre und stammt aus Cuenca in Ecuador. Beide lernen an dem Fremdsprachenforum FSF in Köln die deutsche Sprache. Wieso und weshalb verraten sie im Interview mit Irma Wagner

Carlos, was hat Sie nach Deutschland verschlagen?

Carlos: Zuerst habe ich einen Schüleraustausch in Österreich gemacht. Da habe ich aber nicht so viel Deutsch gelernt. Nachdem ich dann wieder sechs Monate in Ecuador war, kam ich im Januar 2012 hierher nach Köln, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern. Ich möchte eventuell hier studieren, aber ich weiß es noch nicht, weil da echt viel Behörden- und Papierkram mit Visum etc. auf mich zukommen. Vielleicht gehe ich auch zurück nach Ecuador, um dort mein Studium aufzunehmen. Ich möchte internationale Beziehungen studieren, weil ich Interesse an Sprachen und Reisen habe.

Und Sie Natsuko?

Natsuko: Diesmal bin ich seit Ende September 2011 in Deutschland. Ich habe aber früher schon einmal für ein Jahr in Freiburg gelebt. Ich bin hier als Au-pair-Mädchen bei einer deutsch-japanischen Familie. Vormittags kann ich die Sprachschule besuchen, nachmittags versorge ich gemeinsam mit der Mutter die drei kleinen Kinder.

Was ist Ihr Ziel? Warum möchten Sie Deutsch lernen?

Natsuko: Ich möchte hier arbeiten. Vielleicht bei einer japanischen Firma.

Planen Sie Ihre Zukunft denn eher in Deutschland oder möchten Sie zurück nach Japan gehen?

Natsuko: Ich möchte zunächst auf jeden Fall in Deutschland leben und nicht nur für ein Jahr.

Warum? Gefällt Ihnen Deutschland?

Natsuko: Ja! Das Leben in Japan ist sehr stressig und hektisch. Dort musste ich oft Überstunden machen und den Mangel an Freizeit habe ich dann mit dem Kauf von Kosmetika und Ähnlichem kompensiert. Ich musste auch weite Strecken in Kauf nehmen und war oft schon müde, wenn ich im Büro angekommen war.

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

Carlos: Ich liebe die kulturelle Vielfalt! Hier treffen einfach viele Nationalitäten aufeinander, das finde ich super. Ich lerne Spanier kennen oder Japaner, muss mal Deutsch, Spanisch oder Französisch sprechen.

Fühlen Sie sich hier an der Schule wohl? Sind Sie mit der Qualität des Unterrichts und der Dozenten zufrieden?

Natsuko: Ja sehr!

Haben Sie Verbesserungsvorschläge?

Carlos: Nein. Ich finde es toll, dass wir so viel Deutsch sprechen müssen. Es geht nicht nur um die trockene  Grammatik. Wir müssen einfach viel reden, reden, reden ...

Lernen Sie denn hier an der Schule auch etwas über die deutsche Kultur kennen oder machen Sie nur Sprachunterricht?

Carlos: Wir haben Karneval und Ostern gefeiert und natürlich viel über den Ursprung und den Sinn dieser Feste gesprochen. Freitags kommen alle Kurse zusammen und dann wird immer etwas Kulturelles wie Film oder Literatur geboten, aber auch Grammatik gemacht.

Was hat sich an der deutschen Kultur am meisten irritiert?

Carlos: Naja, ich komme aus Sudamerika und wir begrüßen uns schon etwas herzlicher. Wir küssen uns immer, sind laut und sprechen viel. Die Deutschen sind da schon etwas zurückhaltender.

Natsuko: Die Japaner denken, dass Deutschland das sauberste und ordentlichste Land Europas sei. Aber im Vergleich zu uns sind die Deutschen nicht wirklich so ordentlich. Auch in Sachen Pünktlichkeit, die ja hochgeschätzt wird, enttäuscht zumindest die Deutsche Bahn, denn fast alle Züge kommen zu spät. In Japan läuft das alles sehr geregelt ab, die Busse und Bahnen sind immer absolut pünktlich.

Und in Ecuador?

Carlos: Bei uns eher gar nicht (lacht). Sagen wir mal: unregelmäßig und sie sind oft in einem schlechten Zustand, was manchmal gefährlich ist.

Haben Sie schlechte Erfahrungen mit den deutschen Behörden gemacht?

Carlos: Also für mich ist die Beantragung eines Visums auf der deutschen Botschaft in Ecuador total stressig. Beim letzten Mal haben Sie meine Papiere in Quitio verwechselt. In Deutschland musste ich zwar sehr viele Dokumente und Zeugnisse, die alle übersetzt und beglaubigt sein müssen, vorlegen, aber Probleme gab es keine.

Natsuko: Ich hatte auch keine Probleme bei der Antragsstellung meines Visums. Das ging alles sehr schnell.

Nicht alle Schüler machen diese Erfahrungen und sind froh, wenn ihnen hier in der Sprachschule z.B. bei Behördengängen geholfen wird. Erfahren Sie auch Unterstützung im Alltag durch die Schulleiterinnen?

Carlos: Ja, bei der Wohnungssuche. Ich wohne jetzt hier im Haus in einer der Schülerwohnungen. Das hat sich sehr kurzfristig ergeben. Wir haben eine Wohngemeinschaft und ich fühle mich dort sehr wohl.

Natsuko: Dadurch, dass ich in einer Familie untergebracht bin, benötige ich keine zusätzliche Hilfe.

Wie gefällt Ihnen Köln?

Beide: Sehr gut! Wir gehen manchmal zusammen aus. Das macht echt Spaß.

Irma Wagner, Pressereferentin

Deutsche Direktheit trifft auf japanische Zurückhaltung - Interview mit Ryotaro Tanaka

Das Interview wurde im Original auf Englisch geführt

Der studierte Chemiker Ryotaro Tanaka ist 31 Jahre alt und stammt aus der südwestlichen Inselgruppe Okinawa in Japan.

Wann und warum sind Sie nach Deutschland gekommen?

Ich kam letztes Jahr im Dezember gemeinsam mit meiner Frau hierher, nachdem wir zuerst kurz bei einer deutschen Freundin in Belgien gewohnt haben. Sie und ihr Mann haben uns spontan geholfen, als wir aufgrund des Reaktorunfalls in Fukushima, das Land verlassen wollten. Meine Frau ist schwanger, wir erwarten unser Baby in den nächsten Tagen und möchten, dass es in einer gesunden Umgebung aufwächst.

Wie sind Sie denn im Fremdsprachenforum gelandet?

Ich habe im Internet gesurft und auf den japanischen Seiten gibt es sehr viele Informationen zu einigen Sprachschulen in Köln. Ich habe mich dann für das FSF entschieden, aber meine Frau hat sich eine andere ausgesucht, weil wir dachten, es sei besser, auf getrennte Schulen zu gehen, da wir ansonsten zu viel japanisch miteinander reden würden.

Und wie gefällt es Ihnen hier?

Sehr gut. Steffie ist meine Lehrerin und sie ist sehr freundlich. Wenn sie mir im Gesicht ansieht, dass ich etwas nicht verstanden habe, erklärt sie mir es auf Englisch.

Und machen Sie gute Fortschritte.

Ich denke schon.

Konnten Sie denn vorher schon etwas Deutsch?

Nein, überhaupt nicht.

Lernen Sie denn auch etwas über die deutsche Kultur im Unterricht?

Ja, Steffie erklärt uns ab und zu etwas, zum Beispiel, was es mit Karneval auf sich hat. Auch über den deutschen Fußball hat sie uns einiges erzählt.

Was hat sie denn an der deutschen Kultur am meisten überrascht?

Also da war erst mal der Dom. Der ist wirklich sehr groß. Was mich aber wirklich überrascht hat, ist die Freundlichkeit der Menschen insbesondere meiner schwangeren Frau gegenüber. Im Bus und in der Bahn wird ihr immer wieder ein Platz angeboten. Und die Leute fragen sie dann auch, ob alles in Ordnung sei. In Japan ist man viel zurückhaltender. Das ist aber kein Desinteresse, sondern eher Schüchternheit.

Kommen Sie denn mit der Direktheit der Deutschen zurecht?

Das ist schon ok. Ich weiß ja, dass sich die Deutschen manchmal anders verhalten als wir Japaner. Da kann ich mich gut drauf einstellen.

Sind Sie denn in unserem Land freundlich aufgenommen worden?

Ja, viele Menschen haben Verständnis für unsere Situation. In Japan wird der Reaktorunfall nicht so tragisch gesehen, aber hier denken die Leute anders. Und als Chemiker weiß ich ein bisschen was, über die Auswirkungen der Kontamination.

Wie sehen denn Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Erst einmal muss ich die deutsche Sprache lernen und dann versuche ich, eine Arbeit zu finden.

Irma Wagner, Pressereferentin


Lesen Sie auch den Bericht "Zu Gast in Deutschland" unter diesem Link: Zu Gast in Deutschland